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 Betreff des Beitrags: Die vier Reiter der Apokalypse
BeitragVerfasst: So 28. Aug 2022, 09:23 
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Die vier Reiter der Apokalypse: Wer sind sie?

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Sie wirken mysteriös und beängstigend —
doch das Geheimnis der apokalyptischen Reiter lässt sich lüften.
Die Bibel und die neuzeitliche Geschichte sind der Schlüssel dazu.
Und obwohl der Ritt viel Leid für die Menschheit bedeutet,
verspricht er auch etwas Gutes.
Um das zu verstehen, muss man jedoch zuerst wissen, wer die Reiter sind.

DER REITER DES WEISSEN PFERDES
Die Vision beginnt mit den Worten:
„Ich sah, und siehe, ein weißes Pferd; und der darauf saß, hatte einen Bogen;
und es wurde ihm eine Krone gegeben, und er zog aus,
siegend und um seinen Sieg zu vollenden“ (Offenbarung 6:2).

Wer ist der Reiter? Das erfährt man aus der Offenbarung selbst:
„Das Wort Gottes“ (Offenbarung 19:11-13).
Dieser Titel gehört Jesus Christus, da er Gottes Wortführer ist (Johannes 1:1, 14).
Außerdem wird er „König der Könige und Herr der Herren“
sowie „Treu und Wahrhaftig“ genannt (Offenbarung 19:11, 16).
Er hat das Recht und die Macht, als Kriegsherr auszuziehen.
Bei ihm sind Korruption oder Machtmissbrauch ausgeschlossen.
Doch ein paar Fragen bleiben trotzdem.

Wer gibt Jesus das Recht, Krieg zu führen? (Offenbarung 6:2).
Das erfährt man aus einer Vision des Propheten Daniel, in der dem Messias
(bezeichnet als „Menschensohn“) „Herrschaft und Würde und Königtum gegeben“ wurde,
und zwar von niemand anderem als „dem Alten an Tagen“, Jehova * (Daniel 7:13, 14).
Es ist also Gott, der Allmächtige, der Jesus die Macht und das Recht gegeben hat,
zu regieren und das Urteil zu vollstrecken.
Da die Farbe Weiß in der Bibel oft für Gerechtigkeit steht,
ist das weiße Pferd ein passendes Symbol für den gerechten Krieg,
den Gottes Sohn führt (Offenbarung 3:4; 7:9, 13, 14).

Wann stürmten die vier Reiter los?
Der erste Reiter, Jesus, zog aus, als er eine Krone bekam (Offenbarung 6:2).
Jesus wurde nicht direkt nach seiner Himmelfahrt gekrönt, sondern erst später.
Die Bibel spricht davon, dass er eine Zeit lang warten musste (Hebräer 10:12, 13).
Jesus nannte seinen Jüngern ein Zeichen, an dem sie erkennen könnten,
wann diese Wartezeit enden und seine Herrschaft im Himmel beginnen würde:
Die Weltverhältnisse würden sich dramatisch verschlechtern.
Es würde Kriege, Hungersnöte und Seuchen in großem Ausmaß geben
(Matthäus 24:3, 7; Lukas 21:10, 11).
Kurz nach Ausbruch des 1. Weltkrieges im Jahr 1914 wurde klar,
dass damals genau diese Zeit angebrochen war.
Diese schwierige Zeit nennt die Bibel die „letzten Tage“ (2. Timotheus 3:1-5).



Doch wenn Jesus 1914 König geworden ist — warum sind die Weltverhältnisse dann schlechter geworden und nicht besser? Weil Jesus damals nicht auf der Erde zu regieren begonnen hat, sondern im Himmel. Als neuer König führte Jesus (bezeichnet als „Michael“) einen Krieg im Himmel und verbannte den Teufel und seine Dämonen auf die Erde (Offenbarung 12:7-9, 12). Seitdem ist der Teufel außer sich vor Wut; er weiß, dass seine Tage gezählt sind. Bald wird Gott seinen Willen ausführen und sein Urteil an ihm vollstrecken (Matthäus 6:10). Welche Rolle spielen die drei anderen Reiter? Sie bestätigen, dass wir heute in den zuvor erwähnten „letzten Tagen“ leben. Im Gegensatz zum ersten Reiter stehen sie nicht für eine einzelne Person, sondern für Zustände, die die Menschheit förmlich überrannt haben.


DER REITER DES ROTEN PFERDES
„Ein anderes, ein feuerfarbenes Pferd kam hervor; und dem, der darauf saß,
wurde gewährt, den Frieden von der Erde wegzunehmen,
sodass sie einander hinschlachten würden,
und ein großes Schwert wurde ihm gegeben“ (Offenbarung 6:4).

Dieser Reiter steht für Krieg. Interessanterweise nimmt er nicht nur einigen Ländern den Frieden, sondern der ganzen Erde. 1914 brach zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte ein Weltkrieg aus. Nur kurze Zeit später folgte ein zweiter Weltkrieg, der noch verheerender war. Man schätzt die Zahl der Kriegstoten seit 1914 auf über 100 Millionen! Ganz zu schweigen von den unzähligen Schwerverletzten.

Wie groß ist die Gefahr, die in der Neuzeit von Kriegen ausgeht? Zum ersten Mal in der Geschichte ist der Mensch in der Lage, sich selbst auszulöschen. Sogar sogenannte Friedensorganisationen wie die Vereinten Nationen konnten das rote Pferd und seinen Reiter nicht aufhalten.



DER REITER DES SCHWARZEN PFERDES
„Ich sah, und siehe, ein schwarzes Pferd; und der darauf saß, hatte eine Waage in seiner Hand.
Und ich hörte eine Stimme, als ob sie inmitten der vier lebenden Geschöpfe sagte:
‚Einen Liter Weizen für einen Denar und drei Liter Gerste für einen Denar,
und das Olivenöl und den Wein beschädigt nicht‘ “ (Offenbarung 6:5, 6).

Dieser Reiter steht für Hunger.
Die Lebensmittelknappheit wäre so groß, dass ein Liter Weizen einen Denar kosten würde
— damals ein ganzer Tageslohn! (Matthäus 20:2).
Mit dem gleichen Geld könnte man drei Liter Gerste kaufen,
die als minderwertigeres Getreide galt.
Kaum vorzustellen, wie man unter solchen Umständen eine Familie ernähren sollte!
Die Menschen wurden außerdem dazu angehalten, mit anderen Grundnahrungsmitteln äußerst sparsam umzugehen
— stellvertretend dargestellt durch Olivenöl und Wein.


Gibt es Beweise dafür, dass der Reiter des schwarzen Pferdes seit 1914 unterwegs ist?
Absolut! Man schätzt die Zahl der Hungertoten im 20. Jahrhundert auf 70 Millionen!
In einem Bericht hieß es:
„Mehr Menschen sterben jährlich an Hunger als an Aids, Malaria und Tuberkulose zusammen.“
In einem anderen Bericht hieß es, dass „805 Millionen Menschen
— rund jeder Neunte der Weltbevölkerung — im Zeitraum von 2012 bis 2014
chronisch unterernährt waren“.
Trotz vieler aufrichtiger Bemühungen, die Lage zu verbessern,
stürmt der Reiter des schwarzen Pferdes unaufhaltsam weiter.


DER REITER DES FAHLEN PFERDES
„Ich sah, und siehe, ein fahles Pferd; und der darauf saß, hatte den Namen Tod.
Und der Hades folgte dicht hinter ihm. Und es wurde ihnen Gewalt
über den vierten Teil der Erde gegeben, um mit einem langen Schwert
und mit Lebensmittelknappheit und mit tödlicher Plage
und durch die wilden Tiere der Erde zu töten“ (Offenbarung 6:8).

Der vierte Reiter steht für Seuchen und andere Todesursachen.
Kurz nach 1914 forderte beispielsweise die Spanische Grippe Todesopfer
im zweistelligen Millionenbereich.
Vermutlich gab es rund 500 Millionen Infizierte — jeder dritte damals lebende Mensch!

Aber die Spanische Grippe war erst der Anfang.
Schätzungen zufolge starben im 20. Jahrhundert über 300 Millionen an Pocken.
Und obwohl die Medizin große Fortschritte gemacht hat, fordern Aids,
Tuberkulose und Malaria bis heute Millionen Opfer.

Die drei Reiter bringen alle das Gleiche:
den Tod, ob durch Krieg, Hunger oder Seuchen.
Und der Hades, also das Grab, verschlingt die Opfer — erbarmungslos und unaufhaltsam.


EINE STRAHLENDE ZUKUNFT!
Die schlimmen Zeiten werden bald vorbei sein.
Es hieß ja: Jesus „zog aus, siegend“ — die Verbannung des Teufels aus dem Himmel
im Jahr 1914 war erst der Anfang. Jesu endgültiger Sieg steht noch bevor
(Offenbarung 6:2; 12:9, 12).
Bald wird Jesus im Krieg von Harmagedon den Einfluss des Teufels und auch
seine Handlanger auf der Erde beseitigen (Offenbarung 20:1-3).
Jesus wird nicht nur den Ritt der anderen drei Reiter beenden,
sondern auch all das Übel wiedergutmachen, für das sie verantwortlich sind.
Wie? Die Bibel gibt die Antwort.

Statt Krieg wird es Frieden geben.
Von Jehova heißt es: „Kriege lässt er aufhören bis an das äußerste Ende der Erde.
Den Bogen zerbricht er, und den Speer zersplittert er“ (Psalm 46:9).
Wer den Frieden liebt, wird die größte Freude an „der Fülle des Friedens“ haben (Psalm 37:11).

Statt Hunger wird es Überfluss an Nahrung geben.
„Es wird Fülle an Getreide auf der Erde geben; auf dem Gipfel der Berge wird Überfluss sein“ (Psalm 72:16).


Jesus wird bald all das Übel wiedergutmachen, für das die anderen drei Reiter verantwortlich sind

Statt Seuchen und Tod wird jeder vollkommen gesund sein und ewig leben können.
Gott „wird jede Träne von ihren Augen abwischen, und der Tod wird nicht mehr sein,
noch wird Trauer noch Geschrei noch Schmerz mehr sein“ (Offenbarung 21:4).

Als Jesus auf der Erde war, gab er einen begeisternden Vorgeschmack auf das Leben unter seiner Herrschaft.
Er machte sich für den Frieden stark, speiste Tausende durch Wunder,
heilte Kranke und brachte sogar Tote wieder zum Leben
(Matthäus 12:15; 14:19-21; 26:52; Johannes 11:43, 44).

Der Ritt der apokalyptischen Reiter wird bald enden. Was bedeutet das für das eigene Leben?



Die vier apokalyptischen Reiter


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Offenbarung 6:1, 2

WEISSES PFERD

Der Reiter ist Jesus Christus, der seit 1914 als König regiert.
Er wird seinen Sieg bald vollenden und alles Leid beseitigen




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Offenbarung 6:3, 4

FEUERFARBENES PFERD
Der Reiter steht für Krieg.
Die Weltkriege und andere Konflikte haben seit 1914 unzählige Opfer gefordert




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Offenbarung 6:5, 6

SCHWARZES PFERD
Der Reiter steht für Hunger. Lebensmittelknappheit hat unzähligen Menschen
das Leben gekostet



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Offenbarung 6:7, 8

FAHLES PFERD
Der Reiter steht für den Tod durch Krankheiten und andere Ursachen.
Das Grab folgt und verschlingt die Opfer




Im Jahr 1914 begann das Königreich Gottes im Himmel zu regieren.
Eine der ersten Amtshandlungen bestand darin, den Teufel und die Dämonen aus dem Himmel zu verbannen
und ihren Wirkungskreis auf die Erde zu begrenzen (Offenbarung 12:7-12).
Der Einfluss des Teufels wirkt sich negativ auf das Verhalten und die Einstellung der Menschen aus.
Das macht die letzten Tage zu „kritischen Zeiten, mit denen man schwer fertigwird“ (2. Timotheus 3:1).

Diese kritischen Zeiten machen vielen schwer zu schaffen.
Einige sind über den Zerfall der Gesellschaft besorgt oder machen sich sogar Gedanken,
ob die Menschheit überhaupt fortbestehen wird.

Andere, die ebenfalls unter den Weltverhältnissen leiden, blicken trotzdem zuversichtlich in die Zukunft.
Sie sind sich ganz sicher, dass Gottes Königreich bald in Aktion treten
und alle Probleme beseitigen wird (Daniel 2:44; Offenbarung 21:3, 4).
Während sie geduldig darauf warten, dass Gott seine Versprechen wahr macht,
finden sie Trost in den Worten Jesu:
„Wer aber bis zum Ende ausgeharrt hat, der wird gerettet“ (Matthäus 24:13; Micha 7:7).

( Netzfund, sehr schön gemacht)
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Die vier Reiter der Apokalypse - Mythologische Kuriositäten -
Geschichte und Mythologie Illustriert.mp4
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Albrecht Dürer

Die apokalyptischen Reiter der Offenbarung
Im letzten Buch des Neuen Testaments wird dem Verfasser in einer Vision des himmlischen Thronsaals (Offb 4-5) mitgeteilt,
dass weder ein Mensch noch ein Engel, sondern nur ein Lamm für würdig erachtet wird,
das mit sieben Siegeln verschlossene Buch zu öffnen.
Der Ausdruck Lamm (ἀρνίον) ist für die Offenbarung der wichtigste Titel Christi.
In Offb 6 beginnt das Lamm mit der Öffnung der Siegel.
Beim Öffnen der ersten vier Siegel erscheint nach dem Ruf „Komm“ jeweils ein Reiter
und sucht die Menschheit mit seinen Geißeln heim.
Das „Komm“, mit denen die vier Reiter herbeigerufen werden, zeigt,
dass diese im Einklang und unter Zulassung des Willens Gottes auftreten.

Der Bibeltext (Offb 6,1-8)
Text der Einheitsübersetzung:

Dann sah ich: Das Lamm öffnete das erste der sieben Siegel;
und ich hörte das erste der vier Lebewesen wie mit Donnerstimme rufen: Komm!

Da sah ich ein weißes Pferd; und der, der auf ihm saß, hatte einen Bogen.
Ein Kranz wurde ihm gegeben und als Sieger zog er aus, um zu siegen.
Als das Lamm das zweite Siegel öffnete, hörte ich das zweite Lebewesen rufen: Komm!

Da erschien ein anderes Pferd; das war feuerrot.
Und der, der auf ihm saß, wurde ermächtigt, der Erde den Frieden zu nehmen,
damit die Menschen sich gegenseitig abschlachteten.
Und es wurde ihm ein großes Schwert gegeben.

Als das Lamm das dritte Siegel öffnete, hörte ich das dritte Lebewesen rufen: Komm!

Da sah ich ein schwarzes Pferd; und der, der auf ihm saß, hielt in der Hand eine Waage.
Inmitten der vier Lebewesen hörte ich etwas wie eine Stimme sagen:
Ein Maß Weizen für einen Denar und drei Maß Gerste für einen Denar.
Aber dem Öl und dem Wein füge keinen Schaden zu!

Als das Lamm das vierte Siegel öffnete, hörte ich die Stimme des vierten Lebewesens rufen: Komm!

Da sah ich ein fahles Pferd; und der, der auf ihm saß, heißt «der Tod»;
und die Unterwelt zog hinter ihm her.
Und ihnen wurde die Macht gegeben über ein Viertel der Erde, Macht,
zu töten durch Schwert, Hunger und Tod und durch die Tiere der Erde.


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Die vier Reiter der Apokalypse (Beatus-von-Osma-Codex, 11. Jahrhundert)


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Relief im Ehrenmal des Infanterie-Regiments Nr. 29



Die weiße Farbe des ersten Pferdes in Offb 6,2 symbolisiert den Sieg, Reinheit und Gerechtigkeit.
Die Generäle jener Zeit ritten häufig weiße Pferde, nachdem sie eine Schlacht oder einen Krieg
gewonnen hatten.
Die Krone des Reiters ist als Preis zu verstehen für Erfolge im Krieg.
Der mitgeführte Bogen steht für das Symbol einer weitreichenden Waffe jener Zeit.
Der Aufbruch des weißen Reiters zeigt einen Kriegsausbruch an,
auf den in der Offenbarung mehrfach hingewiesen wird (Offb 12,7; 16,14.16; 19,11.16).

Zur Auslegungsgeschichte des ersten Reiters
Die ersten altkirchlichen Ausleger deuteten den ersten Reiter auf die Evangeliumsverkündigung
(z.B. Andreas von Caesarea, um 600[1]) oder auf Christus selbst (z.B. Irenäus von Lyon,
Adversus haereses [Gegen die Häresien] IV 21,3[2]).
Bis ins 16. Jahrhundert wurde der erste Reiter auf dem weißen Pferd auf Christus,
den zum Weltgericht wiederkehrenden Messias, den König der Könige, gedeutet.

Wichtig für diese Auslegung sind Bezüge zum eindeutig als Christus beschriebenen Reiter
in Offb 19,11-16.
Dort ist die Waffe des Reiters auf dem weißen Pferd kein Bogen, sondern ein Schwert,
das aus seinem Munde ausging, er hat viele Kronen auf dem Haupt, sein Name ist König aller Könige.

Die erste wirkungsreiche negative Interpretation des ersten Reiters finden wir bei Martin Luther.
Angeregt durch den Holzschnitt Albrecht Dürers und beunruhigt durch
die Belagerung Wiens durch die Türken (1529) deutet er den ersten Reiter
als „die erste Plage, die Verfolgung der Tyrannen“ (WA.DB 7,435).
Die negative Deutung wird auch von den meisten wichtigen Exegeten im 19. und 20. Jahrhundert geteilt.[3]

In jüngerer Zeit hat der evangelische Neutestamentler Michael Bachmann
in einigen Veröffentlichungen Argumente für die positive Deutung des ersten Reiters auf Christus
in die Diskussion eingebracht.
Für eine positive Interpretation sprechen:
a. Die Farbe des Pferdes (weiß, λευκός, vgl. Offb 14,14; 20,11; 19,11.14),
b. der Kranz (στέφανος, vgl. Offb 2,10; 3,11; 4,4; 14,14 u.a.),
c. das intransitiv gebrauchte Verb „siegen“ (νικῶν καὶ ἵνα νικήσῃ, vgl. Offb 2,7.11; 5,5).[4]

Der zweite Reiter
Die rote Farbe des zweiten Pferds symbolisiert das Blut und den Tod durch Kriege,
und das vom Reiter geführte lange Schwert symbolisiert mächtige Kriegswaffen und Gewalt.
Die Weissagung von Kriegen ist ein verbreitetes Motiv apokalyptischer Texte.[5]
Für eine zeitgeschichtliche Deutung auf einen bestimmten Krieg oder
auf ein Weltreich (z.B. Rom) bietet der Text keine Anhaltspunkte.[6]

Der dritte Reiter
Die schwarze Farbe des dritten Pferdes symbolisiert Tod und Hunger.
Sein Reiter führt ein Maß mit, das Nahrungsmangel, Inflation und Hunger bedeutet.

Der vierte Reiter
Das vierte fahle, blasse Pferd bedeutet Furcht, Krankheit, Niedergang und Tod.
Die Reihenfolge erfolgt gemäß der Angabe des Propheten Sacharja Kapitel 1 bzw. 6.

Die apokalyptischen Reiter in Kunst, Musik, Film, Computerspiel und Literatur

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Die apokalyptischen Reiter (Gemälde von Wiktor Wasnezow)


Albrecht Dürer: Die vier apokalyptischen Reiter, Holzschnitt (1498)

Der Wandteppich der Apokalypse in Angers (16. Jh.)

Peter von Cornelius: Die Apokalyptischen Reiter, Karton, (1841–1867)

Wiktor Wasnezow: Die apokalyptischen Reiter (1887)

Horst Reusche, Künstler: The Fifth Rider Is Fear,1992 - Installation von 5 fast gleichen Metallformen, Abb Katalog 'Denkräume' Museum Xanten 1993 ( Stahl )

Auf Vicente Blasco Ibáñez' Roman Die apokalyptischen Reiter (1916) über den Ersten Weltkrieg basieren folgende Filme:
Rex Ingram: The Four Horsemen of the Apocalypse (1921)

Vincente Minnelli: Die vier apokalyptischen Reiter (1961)

Salvador Dalí: Der apokalyptische Reiter

Chris de Burgh: The Vision (1986)

Aphrodite’s Child: The Four Horsemen, Lied aus dem Album 666 (musikalische Verarbeitung der Offenbarung des Johannes) (1972)

Johnny Cash: The Man Comes Around von dem Album American IV (2002)

The Clash: Four Horsemen, von dem Album London Calling (1979)

Metallica: The Four Horsemen, Lied aus dem Album Kill ’Em All (1983)

Megadeth: Blessed Are the Dead, Lied aus dem Album United Abominations (2008)

Judas Priest: The Four Horsemen, Lied aus dem Album nostradamus (2008)

The Bollock Brothers: The 4 Horsemen Of The Apocalypse (Album, 1985)

Clint Eastwood: Pale Rider (Film, 1985)

Subway to Sally: Der Sturm aus dem Album Foppt den Dämon! (1996)

Die Apokalyptischen Reiter (Band)

Gallows: Death Voices von dem Album Grey Britain (2009)

Manowar: Revelation (Death’s Angels) vom Album Into Glory Ride (1983)

World of Warcraft: Die vier Reiter. Die Spieler werden in einem Bosskampf mit den vier der Mächtigsten Todesrittern des Lichkönigs konfrontiert, welche die
Spieler daran hindern sollen zum Majormdomus des Lichkönig dem Erzlich Kel'Thuzad zugelangen. (2006 und 2008)

Horsemen: Horror-Thriller bei dem über jeder Tat die in rot gemalten Worte „Come And See“ schweben. Wie sich herausstellt handelt es sich hierbei um ein Bibelzitat, Offenbarung 6, in der es um die vier apokalyptischen Reiter geht, die Seuche, Hunger, Tod und Krieg bringen. (2009)

Darksiders: Man spielt den zweiten Reiter der Apokalypse, Krieg. (2010)

Darksiders 2: Man spielt den vierten Reiter der Apokalypse, Tod. (2012)

Supernatural: Sam und Dean jagen die vier Apokalyptischen Reiter um Luzifer zurück in seinen Käfig zu sperren. (2010)

Terry Pratchett: In Ein gutes Omen (zusammen mit Neil Gaiman) spielen die Vier apokalyptischen Reiter eine wichtige Rolle. Pest wurde, nach der Erfindung des Penicillin, allerdings durch Umweltverschmutzung ersetzt. Auch in den Romanen der Scheibenwelt tauchen die Reiter zuweilen auf; insbesondere Tod ist inzwischen ein Hauptcharakter.

Apocalypse: Man spielt den Character Trey Kincaid, dargestellt von Bruce Willis, und kämpft gegen vier moderne Versionen der Reiter der Apocalypse

Charmed: Am Ende der 2. Staffel (Folge 2.21: Die Reiter der Apokalypse) wird Prue Halliwell zusammen mit einem der vier Reiter der Apokalypse in eine andere Dimension verbannt, was ihre Schwestern dazu zwingt, mit den drei anderen apokalyptischen Reitern zu kooperieren, um ihre Schwester wieder zu bekommen.

Red Dead Redemption Undead Nightmare: Die vier Pferde „Fabelwesen“ : Krieg, Pest, Hunger und Tod. Die Pferde der Apokalypse.

Chelsea Quinn Yarbro: Time of the Fourth Horseman (deutsch: Der vierte apokalyptische Reiter) (1976)

Hexen II: Computerspiel von Raven Software. Die Endgegner der ersten vier Kapitel sind an die vier apokalyptischen Reiter angelehnt. (1997)

François Craenhals: Roland, Ritter Ungestüm (Chevalier Ardent): Bd. 12; Die Reiter der Apokalypse (Les Cavaliers de l'Apocalypse): Der Ritt der Apokalyptischen Reiter bildet den dramaturgischen Höhepunkt dieser Geschichte, den Ritter Roland beendet als er Gwendoline seine Liebe gesteht.
Literatur

Otto Böcher: Die Johannesapokalypse. Erträge der Forschung 41, Wiss. Buchgesellschaft Darmstadt 4. Auflage 1998, 198 S. (Seiten 47-56 zu den apokalyptischen Reitern).

Michael Bachmann: Die apokalyptischen Reiter. Dürers Holzschnitt und die Auslegungsgeschichte von Apk 6,1-8 (mit 8 Abbildungen). In: Zeitschrift für Theologie und Kirche 86 (1989), S. 33-58.

Michael Bachmann: Noch ein Blick auf den ersten apokalyptischen Reiter. New Testament Studies, 44. Jg., 1998, S. 257-278.

Jens Herzer: Der erste apokalyptische Reiter und der König der Könige. Ein Beitrag zur Christologie der Johannesapokalypse, New Testament Studies 45/2 (1999), S. 230-249.

Jens-W. Taeger: Hell oder dunkel? Zur neueren Debatte um die Auslegung des ersten apokalyptischen Reiters, in: Taeger, Jens-W., Bienert, David C., Koch,

Dietrich-Alex, (Hg.): Johanneische Perspektiven. Aufsätze zur Johannesapokalypse und zum johanneischen Kreis 1984-2003. (Forschungen zur Religion und
Literatur des Alten und Neuen Testamentes 215), Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2006, S. 139-156.


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„Verunglimpfungen sind für den, der sie ausspricht, schimpflicher als für den, dem sie gelten“. :jahaaa
(Plutarch von Chäronea)
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